EIN BÜCHER ÜBERNIMMT ALS PRÄSIDENT

Dieser Teil der Chronik wurde 2013 zum 111-jährigen ULK-Jubiläum veröffentlicht.
Präsident Jörg Bücher

Zum vorherigen Kapitel: Von Die Ära Matthias Hellmann ab 1972

Neue Besen kehren gut. Unter dieses Motto kann man den Beginn der Amtszeit des aktuellen Präsidenten Jörg Bücher stellen. Matthias Hellmann hat ihm ein prächtiges Erbe überlassen. Seine 32 “Rotfräcke” – eine gute Mischung aus Jung und Alt – standen und stehen zu 100% hinter ihm. Eingebettet in die karnevalistische Wiege der Familie Bücher, an der Spitze mit Vater Heino, der als Vizepräsident und Redner schon viele jecke Schlachten geschlagen hat und seinen Brüdern Horst und Gerd setzte er den erfolgreichen Weg seines Vorgängers fort.

Mit seinem „Onkel Dieter” Buntenbruch hatte er zusätzlich einen hervorragenden Verbindungsmann zu den jecken Mitgliedern vom Festausschuss Jülicher Kengerzoch, dem der ULK von Anfang an angehört. Die gesamte Konsequenz der Wachwechsel an der Spitze des ULK wird aber erst deutlich, wenn hinter die Kulissen geschaut wird. Karl-Wilhelm Johnen legte sein Amt als Literat in die Hände von Dr. Jürgen Elsen. “Jojo” stellte sich dieser Aufgabe und organisierte fortan genauso ruhig und manchmal mit Zauberhand das Sitzungsprogramm auf Jahre im Voraus. In dieser Zeit gab es  auch  keine Rednerauftritte von den älteren Elferratsmitgliedern mehr – einzige Ausnahme Heino Bücher – denn Berthold Rey hatte schon 1990 seinen Rücktritt aus der Bütt erklärt, mit einer Ausnahme. Zum 100 Jährigen, 2002, gab er ein letztes Mal seine Redekunst zum Besten.

Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr 2002 war die Tatsache, dass aus den Reihen des ULK­ Nachwuchses das Kinderdreigestirn gestellt wurde: mit Prinzessin Hannah  Lieth,  Prinz Michael Wiederholt, Bauer Markus Rey mit den Pagen Nils, Nick und Matthias  Elsen  und David Rey sowie Max Samans als Prinzenführer. Einige Jahre später – 2006 – standen wieder ulkige Pänz im Rampenlicht des Jülicher Kinderkarnevals: mit Prinzessin Kristina Kraus, Prinz Daniel Dohmen, Bauer Michael Stendel in Begleitung der vier adretten Pagen Charlotte, Sophie und Henriette Schütz sowie Marius Dohmen.

Es ist ein Glücksfall, dass sich aus dieser jungen Narrenschar Nachwuchskräfte auf der ULK-Bühne entwickelt haben, allen voran Matthias Elsen, der mit seinen Vorträgen schon seit einigen Jahren die Jülicher Mundart mit am Leben erhält und das Publikum erheitert.

Axel Fuchs vor seinem Auftritt in der Bütt

Als neues Rednertalerrt empfahl sich fast beiläufig unser Freund Axel Fuchs, Bruder von Elmar Fuchs. Axel, in zweiter Rolle Co-Präsident der Punk CCKG wurde 2002 in den Elferrat aufgenommen und stand nur wenige Jahre später zum ersten Mal in der Bütt. Als Finanzbeamter erfreute er mit scharfer Zunge das Publikum , er nahm die Politik lokal und national auf den Arm und überraschte mit seinem scharfsinnigen Humor.

Das ULK Ballett als weiteres „Eigengewächs” bewährte sich Jahr für Jahr auf der Sitzungsbühne. Noch mit mehr als 75 Jahren tanzte Hans Lafos regelmäßig seinen Part und fand mit Peter Schnitzler einen gleichaltrigen Lehrer, der nicht nur die tänzerischen, sondern auch die schauspielerischen Elemente der Gruppe voranbrachte. Diese Tradition ging auf der Sitzung 2002 zu Ende. Das Ballett tanzte leider zum letzten Mal. Der Senatsauschuss bekam 2002 eine Verjüngungskur. Unser schon seit langen Jahren treuer Freund Thomas Gissler-Weber wurde Senatspräsident. Er belebte das Gremium mit den Herren Dr. Wolfgang Koll, Dr. Michael Mork und Horst Mewis neu. Ihre Idee war es, jährlich ein Kostümfest für alle Senatoren und Freunde der KG ULK zu organisieren, eine Art Wiederbelebung des traditionellen Kostümballs im Haus Hesselmann.

Mit der Veranstaltung „Der ULK rockt den Kuba” wurde 2009 begonnen. Eine Veranstaltung, die nicht unbedingt karnevalistisch geprägt sein muss, aber rheinische Künstler einlädt, vor einem sehr gemischten Publikum (Jung und Alt) im Kulturbahnhof aufzutreten. Die KG und der Jülicher Kulturbahnhof sind Ausrichter. Nach den Vorgruppen „Les sechs Kölsch und ein Cola”, ,,Hölle  und Äd” und dem  Jülicher  Nachwuchstalent „Pflaumen Pflücken” ver schafft en sich Jürgen Zeltinger und seine Band lautstarke Aufmerksamkeit. Ein wohl  gelungener Abend, der ohne Unterstützung des Senatsmitglieds Cornel Cremer, Geschäftsführer des Kuba, kaum möglich gewesen wäre. Ein Jahr später kam Tommy Engel mit Band, ehemaliger Frontmann der Bläck Fööss, und 2010 Linus, musikalischer Entertainer aus Köln. Im J ubelj ahr 2013 werden es die Bläck Fööss sein, die, vierzig Jahre nach  ihrem ersten  Auftritt  beim ULK, in der Live Club Atmosphäre des Kubas viele Ohrwürmer dem Publikum näherbringen werden.

Das Jahr 2010 brachte einige weitere Neuerungen, teils organisatorischer, teils technischer Natur. In der bekannten Tradition der frühen Nachwuchsgewinnung war das schönste und wichtigste die Einrichtung des Jugendsenats. Der  Elferrat  hatte schon  länger  überlegt, wie er den ULK für die Kinder, Jugendlichen und Nachwuchskarnevalisten attraktiv machen könnte. Der Idee folgten Taten. Für einen Jahresbeitrag von 30€ erhalten die Jugendsenatoren eine Eintrittskarte zur Sitzung, Einladungen zu allen Veranstaltungen und den Sessionsorden. Es ist wunderbar zu sehen, wie die 16 „Gründerkinder” sich Gedanken machen, den ULK auch nach ihren Vorstellungen mitzugestalten. Mittlerweile übernehmen sie die Organisation der Radtour, helfen beim Kinderzug oder anderen Anlässen. Aktuell hat der Jugendsenat 35 Mitglieder und ist nicht mehr weg zu  denken.  Besonders  erfreulich  ist dabei, dass neben den altbekannten ULK Familien auch Quereinsteiger zu uns finden. Kommuniziert wird ganz modern über Twitter, Facebook, SMS und was alles sonst das Internet noch hergibt.

Ehrenpräsident Matthias Hellmann mit Mitgliedern des Jugendsenats

So wie der ULK sich verjüngt und damit Zukunft gewinnt haben wir auch traurige Verluste hinzunehmen. 2003 mussten wir uns von Carl Wolff verabschieden, der schon zu Zeiten vom Wöhles im Kleinen Rat war und uns noch mit mehr als 90 Jahren zu den Exerzitien begleitete. Er war auf jeder Veranstaltung dabei. 2004 verloren wir Willi Krantz, unsere „Krantze Nos”, 2006 Hans Lafos, unseren langjährigen Hoffotografen undKinderzugminister und 2009 Rolf Schroeder, unseren Finanzminister a.D..

Mit Lars Zopp und seinem Schwager Thomas Hilger, sowie Carsten Buntenbruch, jüngstes und neuestes Mitglied im Kleinen Rat, hat der ULK Elferrat handwerklich versierte Männer gewonnen, die beim Wagen- und Bühnenbau mittlerweile die Geschicke lenken, immer unter der „strengen” Aufsicht des Routiniers Dieter Buntenbruch.

Das Internet, auch das ist eine Entwicklung, der eine Karnevalsgesellschaft gerecht werden muss. So wurde im Jahr 2010 von unserem Mitglied des Kleinen Rats – Uli Kalisch – die Seite www.der-ulk-juelich.de gestaltet. Dort gibt es Hintergrunde über den ULK, den aktuellen Veranstaltungskalender und vieles Wissenswerte über die Gesellschaft zu erfahren. Mittlerweile ist der ULK auf eine neue Homepage umgezogen – mehr dazu im Verlauf dieser Chronik. Vielleicht lesen Sie ja sogar diesen  Artikel gerade dort!

Wenn man nun das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends und dabei die ULK Sitzung vor Augen hat, kommt man um einen Mann nicht herum. Unser Freund Frank Müller, der als Zeremonienmeister im TiII Eulenspiegel Kostüm den ULK Narren mimt und diese Rolle lebt. Unvergess lieh seine Späßchen mit den auftretenden Künstlern, die baff erstaunt fragen „Wo habt Ihr den denn her?” oder „Was habt Ihr dem denn gegeben?”

Frank Müller als Zeremonienmeister

111Jahre ULK werden in diesen Tagen gefeiert. Die Menschen, die der Gesellschaft in dieser Zeit treu blieben, die auch nach zwei Weltkriegen und Krisen den ULK gelebt haben, sind Fundament dieses Jubiläums. Vor allem ohne die ULK Frauen , Mütter, Großmütter und Töchter wäre das nicht möglich gewesen. Euch einen ganz besonderen Dank dafür. Wir feierten oft unter uns Männern – so ist das im ULK. Aber ohne die ULK Familie und da sind alle unsere Senatoren, Gönner und Freunde eingeschlossen, wäre das Feiern nur halb so schön und die Säle wären leer. Auch Euch einen ganz besonderen Dank. Wer hier nicht namentlich erwähnt wurde, hat trotzdem seinen großen Anteil geleistet und den Kleinen Rat erst zu einem Rat gemacht. Denn eines dürfen wir nicht vergessen: Im ULK ist man nicht, den ULK lebt man.

“Allen wohl und niemand wehe” – Alaaf ULK-Alaaf Jülich

Die nächste Ergänzung der ULK-Chronik erfolgt zum Jubiläum 2023